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Geschichte

Die Vorzeit: Mythen und der Petelinzkogel

Die Siedlungsgeschichte beginnt lange vor den ersten Urkunden. Östlich des Hauptortes, nahe Haimach, thront der Petelinzkogel über der damaligen Drauschleife.

  • Archäologische Bedeutung: Die Anlage mit ihrem doppelten Wall deutet auf eine Höhensiedlung hin. Da schriftliche Quellen fehlen, wird vermutet, dass es sich um eine vorhistorische Fliehburg (Keltenzeit) oder eine spätere römische Befestigung handelt, die zur Überwachung des Drautals diente.
  • Die Sage der Steinburg: Der Volksmund erzählt von der „Steinburg“, einem Ort voller Geheimnisse. Schwarze Hunde mit Schlüsselbunden, Schlangen und Frösche bewachen dort angeblich unterirdische Schätze.

Das Mittelalter: „Trahove“ und die Anfänge der Kirche

Die schriftliche Geschichte von Maria Rain ist eng mit dem Erzbistum Salzburg und der christlichen Missionierung verbunden.

  • Erste Erwähnung (860): In einer Schenkungsurkunde von König Ludwig dem Deutschen an das Erzbistum Salzburg wird der Name „curtis ad Trahove“ (Höfe an der Drau) genannt. Dies belegt die frühe wirtschaftliche und strategische Bedeutung des Gebiets.
  • Die christliche Wurzel (927): Mit der Erwähnung von „Sanctam Mariam ad Dravum“ wird deutlich, dass bereits im 10. Jahrhundert eine Marienkirche bestand. Sie war eine der frühen Missionskirchen im Rosental.
  • Bedeutungswandel: Während in Urkunden von 1124 bis 1164 noch der Name „Trahoven“ dominiert, wurde 1313 erstmalt der heutige Name des Orts urkundlich erwähnt.

Die Wallfahrtskirche: Das Herz der Gemeinde

Die heutige Identität von Maria Rain ist untrennbar mit der imposanten Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt verbunden.

  • Der heutige Bau: Die weithin sichtbare zweitürmige Kirche wurde in ihrer jetzigen barocken Form vor allem im 18. Jahrhundert (nach 1700) vollendet. Sie gilt als eine der bedeutendsten Marienstätten Kärntens.
  • Kaiserlicher Besuch: Ein historischer Höhepunkt war der Besuch von Kaiser Franz Josef I. im Jahr 1907 auf einer Anhöhe in unmittelbarer Nähe der Wallfahrtskirche, der Geburt der sogenannten “Kaiserhütte

Die Entstehung der modernen Gemeinde

Obwohl der Ort kirchengeschichtlich alt ist, ist die politische Gemeinde Maria Rain relativ jung.

  • Von Toppelsdorf zu Maria Rain: 1850 bildete sich aus den drei Katastralgemeinden Toppelsdorf, Tschedram und Göltschach die heutige Ortsgemeinde, die zunächst nach dem größten Ort Toppelsdorf benannt wurde.
  • Die Umbenennung (1895): Auf Initiative des Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Jakob Lutschounig wurde die Gemeinde am 22. Mai 1895 offiziell in „Maria Rain“ umbenannt. Lutschounig erkannte, dass der Name der weithin bekannten Kirche als Identifikationsmerkmal wesentlich stärker war als der Name des kleinen Weilers Toppelsdorf.